Hamburg, Köln und Zurück

Aus Prokrastinationsgründen, setze ich mich mal wieder an einen Blogpost. Dieser soll sich unserer Städtetour im März widmen.  Wir sind mit dem Fernbus quer durch Deutschland gecruist und haben zwei Nächte in Hamburg Halt gemacht. Ganz edel nächtigten wir per Airbnb in der Hafencity. Unser Gastgeber kümmerte sich liebevoll und ab uns zum Abschied noch ein paar Sightseeing Tips.

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Das Hamburger Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, denn in der Sonne war es bereits so warm, dass man fast auf die Jacke verzichten konnte. Am ersten Tag sind wir erstmal an den Landungsbrücken entlangspaziert. Die Musicalgebilde sahen für mich eher wie hingeklatscht aus. Schön ist anders. Frage mich ob der Lichtstrahl ein Zeichen Gottes oder ein krass aufwendiger Werbetrick war, um Besucher anzulocken.

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Die Hafencity wird ja gerade aus dem Boden gestampft. Die Gebäude an sich sind sehr schön, zwar modern gehalten, fügen sie sich trotzdem in den Baustil  der Speicherstadt ein. Nur ist es noch sehr leer. Bewohner gibt es keine und auch nach Läden und Kaffees muss man ein Weilchen Suchen. Bis auf überteuerte Designerläden und aufpolierte Fressketten gibt es nicht so viel zu sehen. Die Hafencity versprüht derzeit eher Baustellenfeeling.

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St. Pauli kann man machen, ist aber doch wie jedes In-Viertel, wo abgefuckte „Assis“ zwischen fancy Hipstern wohnen, die voll am Limit leben. Und dann ist da noch die Sexmeile, die man ja unbedingt gesehen haben muss. Blöd nur wenn man keinen Penis hat und genau deswegen nicht betreten darf. Nach Sinn sucht man hier vergeblich, die armen Männer müssen sich ja auch mal gehen lassen dürfen, unbeobachtet von Frauen. Oder vielleicht haben die PIMPs Angst, dass Frauen den Prostituierten irgendwas weggucken könnten. Die Antwort liegt irgendwo da draußen und lautet wohl: „Das war schon immer so und darum ist das gut.“

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Genug aufgeregt. Protip: bei Nacht ist die Speicherstadt viel schöner und immer einen Besuch wert. Tagsüber laden hier auch einige Museen zum Besuch ein. Etwas ganz besonderes ist Dialog im Dunkeln. Der war in unserem Fall schon ausgebucht, nach Hause gehen mussten wir trotzdem nicht, es gibt ja auch noch den Dialog im Stillen. Mit dicken Kopfhörern auf den Ohren wird man von einem Gehörlosen in kompletter Stille, durch ein Ausstellung geführt. Sehr lehrreich und man merkt danach erst, wie laut eigentlich alles ist, wenn man die Ohrenschützer wieder abnimmt.

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Von Hamburg aus ging es mit dem Bus weiter nach Köln. Am Bahnhof angekommen, fällt man praktisch in den Dom. Ich habs ja nicht so mit Religion und finde das Werk daher von Außen imposanter als von Innen. Im Dom drängeln sich sowieso nur Touristen mit Rollkoffern aneinander vorbei, während alte Männer in Kleidern jedem Neuankömmling zurufen: „Keine Mütze!“ Das gilt übrigens nicht für Omas. Ein absurdes Spektakel.

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Aber Köln besteht ja nicht nur aus dem Dom und wenn man sich etwas von den grauen 70er Jahre Blöcken im Stadtzentrum entfernt hat, wirds auch richtig schön. Mit der obligatorischen Free Walking Tour konnten wir uns etwas Überblick verschaffen und einige Funfacts sammeln. Gefühlt finden überall archeologische Ausgrabungen Stadt, der geneigte Historiker hat also genug zu tun, denn Köln ist ALT. Nackte Hintern am Rathausturm die Richtung Kirche zeigen, beweisen, dass die Kölner das mit der Religion doch nicht so eng sehen. PipiKaka-Humor zieht immer, vor allem bei mir, ich mag Köln.

IMG_54251 Essen und trinken kann man hier übrigens sehr gut. Bei Oma Kleinmann gibts die besten Schnitzel und bei den Burgern in der Fetten Kuh ist der kulinarische Orgasmus vorprogrammiert.  Ich bin nun für alle Zeiten versaut und finde jeden andern Burger scheiße. Das mit dem Kölsch ist auch ne feine Sache. Sobald es auch nur annähernd so aussieht als ob das Glas leer wäre, bekommt man ein neues. Kellner müssen hier frech sein (sollte man sich in Dresden auch mal angewöhnen, dann müsste ich mich auf Arbeit nicht ständig mit sich echauffierenden Gästen auseinandersetzen). Vom Kölsch kann man auch viel trinken. Erstens ist sowieso fast kein Alkohol drin, und zweitens sind die Gläser putzig klein.IMG_54241

Aussicht gibt es natürlich auch. Wer gern auf horrende Preise und Massenaufläufe am Dom verzichtet, dem sei der Messeturm empfohlen. Für einen kleinen Obulus kann man hier ganz in Ruhe die Stadt von oben betrachten. Mit der S-Bahn ist man auch schnell dort, man muss nur über die Brücke zum anderen Ufer des Rheins.

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Und wer jetzt nach dem Hipsterviertel sucht, der sei beruhigt, auch das hat Köln zu bieten. Im Belgischen Viertel gibt es hippe Eisbuden und Cafés mit Schnurrbart. Aber nun genug Zynismus. Schön ist es dort ja trotzdem und es lässt sich angenehm Frühstücken oder bei Käffchen mit Schnurrbart die Kaffeezeit verbringen. Fazit: Wäre der Scheiß nicht so teuer, würde ich nur verreisen. Hamburg war wirklich schön, aber Kölle: ich hab mich in dich reinverliebt.

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